Norway in a Nutshell: Mit Zug, Bus und Boot von Bergen nach Flåm und über den Nærøyfjord zurück

Norwegen ist ein Land voller Highlights. Egal, wo du hinschaust, ist es spektakulär. Besonders eindrucksvoll ist aus meiner Sicht Fjordnorwegen – also die Region zwischen Stavanger, Bergen und Kristiansund im Westen des Landes. In diesem wundervollen Bereich der Erde liegen etwa der Sognefjord, Geierangerfjord, Aurlandsfjord und der Nærøyfjord. Letztere beiden Fjorde spielten bei meiner Norway in a Nutshell-Tour im Winter 2025 eine entscheidende Rolle.

Die Norway in a Nutshell-Tour ist eine Rundreise, die in verschiedenen Varianten zwischen Oslo, Bergen, Geilo, Flåm und Voss angeboten werden. Du entscheidest dich vor der Reise für eine Routenvariante und die Abfahrtszeiten. Auf der Tour bist du dann aber selbstgeführt und ohne Tourguide unterwegs. Angeboten werden diese sowie weitere Touren und Aktivitäten auf der mehrsprachigen Website fjordtours.com. Die Tour lässt sich als Tages- sowie Mehrtagestour planen.

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Der Bahnhof Myrdal liegt auf knapp 870 Meter über dem Meeresspiegel und liegt an der Strecke der Bergensbanen zwischen Bergen und Oslo. Von Myrdal aus bahnt sich die Flåmsbana ihren Weg ins Tal nach Flåm.

Meine Reiseroute mit Zug, Bus und Boot

Meine Reise begann an einem Dezembernachmittag in Bergen um 16.46 Uhr mit einer Fahrt mit der berühmten Bergensbanen nach Myrdal. Wenn du im Winter unterwegs bist, musst du dich entscheiden, welchen Teil der Tour du im Dunkeln absolvierst, da die Tage sehr kurz sein können.

Mein Plan war, von Bergen nach Flåm zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Morgen von Flåm mit dem Boot nach Gudvangen überzusetzen und von dort den Rückweg nach Bergen anzutreten. Da ich die Bootsfahrt bei Tag erleben wollte und ich erst am Nachmittag in Bergen angekommen bin, blieb mir nichts anderes übrig, als die Fahrt mit der Bergensbanen nach Myrdal und von dort mit der Flåmsbana – einer der schönsten Zugstrecken der Welt – in der Dunkelheit zurückzulegen.

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Die Flāmsbana verbindet den Bergbahnhof Myrdal mit dem Touristenort Flåm am Aurlandsfjord.

Bevor meine Reise von Myrdal aus weiter ging, hatte ich für meinen Umstieg von der Bergensbanen in die Flåmsbana gut 45 Minuten Zeit, die ich zum Fotografieren des schneebedeckten Bahnhofs genutzt habe.

Aber die weltberühmte Flåmsbana bei Dunkelheit fahren? Warum nicht, dachte ich mir. Zwar hätte ich auch gerne die beeindruckenden Ausblicke mitgenommen, aber es können wohl nicht viele behaupten, dass sie die Flåmsbana nur mit einem anderen Passagier teilen mussten.

Trotz Dunkelheit war die Fahrt ziemlich cool. Das Flair in den alten Wagen sowie die Erklärung per Durchsagen und Bildern auf den Screens, die über die Orte an der Strecke sowie den Bau der Bahntrasse berichteten, waren interessant und jedenfalls eine Reise wert. Außerdem hält der Zug für einen kurzen Zwischenstopp am Kjosfossen, einem Wasserfall, der im Winter eingefroren und farbig beleuchtet ist. Nach gut 50 Minuten erreicht der Zug sein Ziel.

Fjordcruise: Auf dem Elektroboot von Flåm nach Gudvangen

Genauso wie bereits die Flåmsbana war auch Flåm selbst im Winter nicht ansatzweise so überlaufen, wie ich es aus dem Sommer kenne. Übernachtet habe ich im Flåmsbrygga-Hotel, direkt im Zentrum. Das Hotel habe ich unabhängig von der Tour gebucht. Wenn du möchtest, kannst du aber Hotels und Ausflüge auch direkt mit deiner Tour zusammen buchen. Von Flåm aus bietet sich beispielsweise ein Trip zum Stegastein-Ausichtspunkt an, den ich in diesem Fall wegen der kurzen Tageslänge und dem Wetter jedoch weggelassen habe.

Für mich ging es nach dem Frühstück am nächsten Morgen direkt aufs Boot in Richtung Gudvangen. Mit der Legacy of the Fjords, einem vollelektrischen Katamaran, führte mich in den folgenden zwei Stunden die Fjordcruise über den Aurlandsfjord sowie den Nærøyfjord. Der Nebenarm des Sognefjords steht sogar auf der Weltnaturerbeliste der Unesco.

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Auf einer zweistündigen Fjordcruise über den Aurlandsfjord und den Nærøyfjord auf einem Elektrokatamaran bekommt man einige atemberaubende Fotomotive vor die Linse.

Trotz teilweise wirklich ungemütlichem Regenwetter war die Fjordcruise atemberaubend und bot ein Fotomotiv nach dem anderen. Ab der Einfahrt in den Nærøyfjord (auf dem Titelbild zu sehen) war mir direkt klar, warum er auf der Liste der Unesco steht.

Neben den beeindruckenden, steilen Felswänden waren immer wieder einzelne Häuser oder kleine Dörfer am Uferrand zu entdecken. Trotz Winter lag nur auf den Bergspitzen und nicht in Fjordnähe Schnee. Der Kontrast zwischen weißen Gipfeln und grünen, herbstlich anmutenden Wiesen bot zum Fotografieren einige interessante Motive und Blickwinkel.

Auf dem letzten Abschnitt durch den Nærøyfjord kam man der Zivilisation wieder näher. Am Uferrand führte eine Straße in Richtung meinem Ziel der Fjordcruise, Gudvangen. Hingucker war in diesem Teil der Fjordcruise die weiße Holzkirche von Bakka.

Nach dem Anlegen in Gudvangen ging es für mich direkt in den Bus in Richtung Vossevangen. Da der Regen zu diesem Zeitpunkt immer stärker wurde, war das ohnehin keine schlechte Option. Auf der knapp einstündigen Fahrt schlängelte sich der Bus auf dem Weg zum Bahnhof Voss an kleinen Seen und Dörfern vorbei.

In Voss begann dann der letzte Abschnitt mit der Vossebanen bis nach Bergen. Auf der gut eine Stunde und 15 Minuten dauernden Fahrt erhascht man vom Zugfenster aus nochmal den ein oder anderen Blick auf Fjorde und wirklich schöne kleine Bahnhöfe an der Strecke, bevor die Bahn das Ziel Bergen erreicht. Für mich ging es dort noch auf den Hausberg Fløyen.

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Die Tour endete für mich in Bergen, also dort, wo sie auch begonnen hat.

Für mich war die Norway in a Nutshell-Tour ein perfekter Abschluss einer Norwegen-Rundreise. Dadurch, dass man die Tour nach den eigenen Vorstellungen anpassen kann – also Hotels, Ausflüge und Dauer selbst bestimmt –, eignet sich dieses Abenteuer für verschiedene Zielgruppen und ist keinesfalls eine Pauschalreise.

Für mich war der klare Vorteil an dieser Tour, dass ich mich nicht um die Buchung von fünf verschiedenen Fahrkarten über diverse Apps oder Websites kümmern musste und die Optionen, die Tour selbst anders zu gestalten und zusammen zu stellen, aufgrund von Jahreszeit und Wetter ohnehin eingeschränkt waren. Im Sommer kannst du aber durchaus schauen, falls du nur einen Teil der Tour unternehmen oder die Route etwas individueller anpassen möchtest, ob es sich nicht lohnt, die Planung selbst in die Hand zu nehmen.

Aber so oder so: Für mich hat sich die Norway in a Nutshell-Tour absolut gelohnt und ich würde sie wieder machen. Dadurch, dass im Winter deutlich weniger los ist als im Sommer, hatte es nochmal seinen eigenen Reiz und ich konnte die Momente wirklich genießen.

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