Etappe 3 – Reise zum Polarkreis: Ab auf die Lofoten
Die dritte Etappe unserer Reise zum Polarkreis führte uns von Tromsø mit Havila Kystruten wieder gen Süden. Ziel sind die Lofoten – eine Inselgruppe in Nordnorwegen oberhalb des Polarkreises, die vor allem durch ihre Bilderbuch-gleiche Landschaft besticht.
Von Tromsø mit dem Schiff auf die Lofoten
Um 1.30 Uhr legte die Havila Castor in Tromsø ab. Wir lagen da bereits in unseren Betten, als sich das Küstenschiff auf in Richtung Süden machte. Nach einem langen Tag in der Hauptstadt der Arktis waren wir zwar nach dem Boarding noch kurz auf dem Deck, dann ging es aber schnell in die Kabine, auch wenn die Mitternachtssonne die arktische Landschaft rund um Tromsø in einem wunderschönen Licht erscheinen lies.
Auf der Fahrt zu den Lofoten folgte unter anderem ein Zwischenstopp in Stokmarknes auf den Vesterålen, wo das Hurtigrutenmuseum besichtigt werden kann. Uns war die Stunde Aufenthalt zu kurz dafür, weshalb wir einen kurzen Spaziergang auf die Nachbarinsel zum Kunstwerk „Dager Og Netter Skulptur“ mit Blick auf Stokmarknes machten.
Von Stokmarknes bahnte sich die Havila Castor daraufhin ihren Weg gen Lofoten. Die vier Küstenschiffe von Havila sind nach Sternen benannt. „Seeleute haben immer nach den Sternen navigiert“, wird Per Sævik, Vorstandsvorsitzende von Havila Kystruten, auf der Website des Unternehmens zitiert und beschreibt damit den Grund für die Namensgebung.
Bevor wir das Ziel Svolvær erreichten, ging es noch einmal durch den Raftsund und den Trollfjord – nun aber im Vergleich zur Hinfahrt am Tag. Über dem beeindruckenden Fjord konnten wir diesmal zwei Seeadler beobachten, die am Himmel über den Felsen kreisten.
Lofoten: Eine Inselgruppe in Nordnorwegen
Die Lofoten sind zweifelsfrei eines der Highlights von Norwegen. Bisher kannten wir diesen magischen Teil der Erde nur aus dem Fernsehen. Bei unserer Ankunft in Svolvær gegen 18.30 Uhr zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Das sollte auch die ganze Zeit über so bleiben. Auf uns warteten sieben Tage voller Abenteuer in einer der spektakulärsten Landschaften Norwegens.
Eine genaue Beschreibung mit Tipps, was man auf den Lofoten gesehen haben muss, folgt später auf meinem Blog immer-fjordwaerts.de. Aber vornweg, die Lofoten muss man gesehen haben und am besten bringt man ein wenig Zeit und Lust mit, sich die Inselgruppe in Ruhe anzuschauen und auch einmal an einem Ort zu verweilen.
Für die sieben Tage hatten wir uns über „Getaround“ (unbezahlte Werbung), eine private Car-Sharing-Plattform, einen Leihwagen gemietet, mit dem wir die Inseln unsicher machten. Unser erster Übernachtungsstopp war Ballstad, ungefähr in der Mitte der Inselgruppe, der zweite dann Reine im Süden.
Traumstrände, alte Fischerdörfer und spektakuläre Natur
Wir hatten eine ganze Liste voll an Spots, die wir sehen wollten. Am Ende haben wir auch viel davon abgearbeitet, aber in Erinnerung bleiben die Orte, bei denen wir uns Zeit genommen haben, um sie zu erkunden und auch durch unsere Bücher zu blättern und zu lesen. Manchmal musste die To-Do-Liste warten.
Wirklich schön und aufgrund einiger Touristen wohl kein Geheimtipp mehr, aber dennoch sehenswert war das alte Fischerörtchen Nusfjord (Eintritt circa 150 Kronen, ungefähr 15 Euro). Neben einer kleinen Bäckerei mit leckeren Zimtschnecken und einigen alten Fischerhütten, die ein tolles Fotomotiv abgaben, kann man eine kleine Wanderung zum nahegelegenen Leuchtturm machen, bei der man dann auch eher für sich ist.
Auch ein Besuch gegen Abend am Uttakleiv-Strand nahe Leknes wird uns in Erinnerung bleiben. Neben den hügeligen und saftig grünen Wiesen außen um den Strand herum, auf dem Schafe mit ihren Lämmern weideten, lag der Strand sehr idyllisch da und versprühte eine gewisse Entschleunigung. Ein echtes Highlight war für uns der Strand in Ramberg mit seinem feinen weißen Sand sowie der roten Hütte.
Südliche Lofoten: Reine, Hamnøy und Å
Im Süden der Lofoten zählte Hamnøy zu den Must-See-Stopps auf unserer Liste. Die roten Fischerhütten vor dem großen Berg hat wahrscheinlich schon jeder einmal irgendwo gesehen – ob auf Instagram oder auf einem Magazin-Cover wie dem „Zielfoto Norwegen“ (unbezahlte Werbung). Der Blick von der Brücke auf das kleine Dorf ist dabei wirklich schön, und zeigte sich vor allem bei unserem ersten Besuch bei tiefstehender Sonne einladend.
Von unserer Unterkunft, einer Rorbu (traditionelle, norwegische Fischerhütte), waren einige der Spots wie Hamnøy, aber auch Reine sowie der Start zur Wanderung auf den Berg Reinebringen mit einer spektakulären Aussicht über die Bucht samt der kleinen Orte auf den Inseln, die mit Brücken miteinander verbunden sind, gut erreichbar.
Auch der südlichste Ort der Lofoten, Å – der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet, der letzte Ort der Lofoten im Süden – sowie Moskenes, von wo Fähren nach Bodø auf dem Festland übersetzen, waren nicht weit weg. In Å bietet sich neben einem Spaziergang durch den Ort eine kleine Wanderung zu den Felsen im Süden an, von wo man seinen Blick in Richtung der südlicher gelegenen Insel Værøy schweifen und die Seele baumeln lassen konnte.
Foodtipps für die Lofoten
Das Angebot auf den Lofoten hängt ein wenig davon ab, wo man sich befindet. In Städten wie Svolvær findet man einige Restaurants und Cafés, während es in kleineren Orten eher weniger Auswahl gibt. Dafür sind ein paar echte Highlights dabei.
Unsere Empfehlungen (unbezahlte Werbung):
- Imbiss „Sild & Salmon“ (Å-Veien 108, 8392 Å): Frische Lachs-Sandwiches auf die Hand.
- Foodtruck „Etti“ (Strandveien 12, 8387 Fredvang): Wirklich gutes, schnelles Essen wie beispielweise Pulled-Pork-Burger oder Ofenkartoffel zum Mitnehmen oder zum direkt am Rastplatz vor Ort essen.
- Restaurant „Trevarefabrikken“ (Dreyers gate 72, 8312 Henningsvær): Leckeres Essen in einer alten, umgebauten Holzwarenfabrik.
Unser Aufenthalt auf den Lofoten endete da, wo er auch begonnen hat – in Svolvær. Vor der Abreise brachten wir noch unser Mietauto zurück, machten eine kleine Pause in einem Café und warteten auf die Fähre. Während auf unserem Weg nach Tromsø und später zurück auf die Lofoten uns die Schiffe von Havila Kystruten von Ort zu Ort brachten, begann die Rückreise Richtung Festland auf der MS Kong Harald von Hurtigruten.
Unser nächstes Ziel ist mit dem Postschiff Trondheim, von wo wir den Zug von SJ Norge Richtung der norwegischen Hauptstadt Oslo nehmen wollen. Mehr dazu folgt in Etappe 4.
