Historische Fähre Ida
Eine nostalgische Fährüberfahrt zwischen Stubbekøbing und Bogø
Auf dem Weg zur dänischen Insel Møn, bekannt für ihre beeindruckende Kreidefelsen (Møns Klint), überqueren viele Urlauberinnen und Urlauber unbewusst die kleine Insel Bogø. Gelegen zwischen den Inseln Falster im Süden, Møn im Osten und Sjælland mit der Hauptstadt Kopenhagen im Norden sowie der E 47 im Westen, ist das Eiland wohl für die meisten nicht mehr als eine Randnotiz.
Wer sich jedoch etwas Zeit nimmt, dem eröffnet sich die Möglichkeit einer nostalgischen und unvergesslichen Fährfahrt mit der historischen Fähre M/F Ida.
Um in das Abenteuer eintauchen zu können, verlässt man im Süden der Insel den Grønsundvej und biegt zum Bogø Havn ab. Alternativ erreicht man die kleine Fähre auch über die Hafenstadt Stubbekøbing, dem Ziel der Fähre, auf der Nachbarinsel Falster.
Am Anleger angekommen, taucht man in eine längst vergangene Zeit ein. Spätestens, wenn die 1958/1959 auf der Stege Schiffswerft gebaute Fähre Ida an den Anleger geschippert kommt, sollte jedem klar werden, dass die anstehende Fährfahrt nichts alltägliches ist.
Die Holzfähre fährt in der Regel in den Sommermonaten zwischen Mai und September sowie in den Herbstferien (KW 42). Der Fahrplan ist unter bogoe-stubbekoebing.dk/zeitplan abrufbar. Vor allem für Wanderer und Fahrradfahrer ist die Fähre eine gute Option, um ans andere Ufer zu gelangen.
Die Überfahrt von Bogø nach Stubbekøbing dauert gut eine viertel Stunde. Langsam und mit einem gleichmäßigen Motorengeräusch tuckert das alte Schiff über den Grønsund. Bis zur Öffnung der Autobahnverbindung über die Farø-Brücken im Jahr 1985 spielte die Ida auch für die Däninen und Dänen aus der Region eine wichtige Rolle, da die Route nicht nur touristischen Charakters war.
Laut Broschüre vom Förderverein Ida’s Venner (Freunde von Ida), aus der viele Informationen dieses Artikels stammen, habe die Fähre noch immer ihren Platz im Herzen der Bewohner und spiele nach wie vor eine wichtige Rolle für den Verkehr. Jedes Jahr transportiere die Fähre circa 30.000 Passagiere, 4000 Autos und 8000 Fahrräder.
Vor allem an einem lauen Sommerabend bietet sich ein Ausflug mit der Ida von Bogø nach Stubbekøbing an. Bei einer frischen Meeresbrise ist eine Überfahrt Entschleunigung pur.
Auf der anderen Seite angekommen kann entweder die Fahrradtour, Wanderung oder Reise fortgeführt, oder ein kleiner Erkundungsgang durch den Hafenbereich von Stubbekøbing unternommen werden, bevor die Rückfahrt angetreten wird.
Direkt am Fähranleger befindet sich ein kleines Wartehäuschen, in dem der Ticketautomat untergebracht ist. Außerdem hängen dort Boxen, in denen die liebevoll gestalteten Flyer mit Informationen über die M/F Ida in deutsch, dänisch und englisch zu finden sind.
Seit dem Jahr 1996 ist die Ida alleine auf der Strecke zwischen Bogø und Falster über das schmale Fahrwasser unterwegs. Früher war das anders. Als eine von vielen Holzfähren in Dänemark befuhr die Ida ab Indienststellung 1959 die Route über den Grønsund im Wechsel mit der Fähre Gudrun und von 1979 bis 1995 mit der M/F Grønsund. Generell ist die kleine Fähre laut Ida’s Venner die einzige Holzfähre, die noch täglich im Einsatz sei.
Wenn der Spaziergang oder die kleine Snackpause beendet ist, geht es zurück auf das alte Schiff. Neben dem Deck, auf dem Autos und Fahrräder ihren Platz finden, können Fußgänger die Treppe auf ein kleines, schmales Außendeck mit Sitzgelegenheiten erklimmen und von dort die Fahrt genießen. Der Aussicht ist fantastisch.
Eine weitere viertel Stunde später erreicht die M/F Ida wieder Bogø Havn. Neben Parkplätzen und privaten Booten befindet sich dort ein Bäcker, bei dem der Ausflug bei Kaffee und Kuchen ausklingen kann.
Für mich war die Fahrt mit der Ida über den Grønsund nicht nur eine einfache Fährüberfahrt, sondern eine kurze Pause. Denn: Normalerweise ist eine Überfahrt zweckmäßig, man will von A nach B kommen. Auf der Ida ist das anders.
Die alte Holzfähre versprüht aus jeder Ritze diesen unvergleichlichen nostalgischen Charme. Beim Platznehmen auf den Bänken des Außendecks kommt man zur Ruhe, atmet durch und genießt den Wind, der einem um die Nase weht.
Wer also auf Falster, Møn oder im Süden Sjælland unterwegs ist, sollte sich unbedingt die Zeit für eine Überfahrt mit der M/F Ida nehmen, der nostalgischen Holzfähre über den Grønsund.
